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SdK seit 50 Jahren im Anlegerschutz tätig

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e. V. (SdK) vertritt seit ihrer Gründung vor 50 Jahren die Interessen von Kapitalanlegern, insbesondere von Aktionären. Sie hat mittlerweile 12.000 Mitglieder. Seit 1959 gibt die SdK wesentliche Impulse im Bereich der Gesetzgebung und Anlegerbildung. Sie hat zudem eine Vielzahl von Akzenten in der Rechtsprechung gesetzt. Ein nun erschienenes Sonderheft zum 50jährigen Jubiläum der Vereinszeitschrift „AktionärsReport“ stellt Vergangenheit und Ziele der SdK im Detail dar.

Gestern fand aus Anlass des Jubiläums ein Festakt im Atrium der Deutschen Bank AG in Berlin statt. Erschienen waren 230 Gratulanten aus Ministerien und zuständigen Behörden, Legislative und Judikative sowie Vertreter von Unternehmen und befreundeten Verbänden.

Klaus Schneider, der Vorstandsvorsitzende der SdK, machte in seiner Rede deutlich, dass es im Bereich Anlegerschutz noch viel zu tun gibt. Aktuelle Forderungen betreffen die Einbeziehung des Themas Verbraucherschutz in den Aufgabenbereich der für Finanzaufsicht zuständigen Bundesbehörde BaFin. Die Abstimmung über das System der Vorstandsvergütungen sollte auf Hauptversammlungen die Regel werden. Auch die Transparenz der Rechnungslegung lasse mehr und mehr zu wünschen übrig: "Unternehmensabschlüsse können auch von erfahrenen Anlegern kaum noch richtig gedeutet werden." Die SdK werde sich verstärkt der Aufgabe der Anlegerbildung widmen.

Dr. Christian Grugel, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der die kurzfristig verhinderte Bundsministerin, Frau Ilse Aigner, vertrat, überbrachte die besten Wünsche der Ministerin und stellte in seiner Rede dar, wie sein Ministerium auf die Herausforderungen der Finanzkrise reagiert. Mehr Transparenz und Verständlichkeit sollen auf einem klaren Kurs erreicht werden. Eine Art einfacher Produkt-TÜV sei wegen der Komplexität der Materie nicht möglich, aber das Risiko jeder Anlage sollte eindeutig quantifiziert werden.

Dr. Paul Achleitner, Vorstand Finanzen der Allianz SE, gratulierte der SdK zunächst herzlich zu fünf Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit im Dienste der Aktienkultur und dankte für die "meist sehr konstruktiven Anregungen". Er gab dann seine Perspektive auf die aktuelle Situation nach der Kapitalmarktkrise 2008 wieder. Nach geglückter Notoperation seien wir zwar immer noch im Krankenhaus, "aber der eine oder andere raucht schon wieder". Jetzt gehe es um echte Heilung: "Toughere Regulierung kann in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil darstellen, wenn wir das richtig machen."

Im weiteren Verlauf des Abends diskutierten die Teilnehmer noch lange. Eine Frage beschäftigte viele: Wann wird der Anlegerschutz in Deutschland ein befriedigendes Niveau erreicht haben?

München, 20. November 2009
Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.



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